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Befragung der Exmatrikulierten: Abschluss des „EXMA-Projekts“ nach 3 Jahren

Im Notizblog Lehre erhalten Sie Einblicke in die Lehrpraxis der Universität Freiburg sowie aktuelle Nachrichten zu Themen der Lehre. Der Notizblog Lehre führt die Impulswerkstatt Lehrqualität weiter, die seit 2010 Ideen, Erfahrungsberichte und aktuelle Informationen zu Lernen und Lehren gesammelt hat.

Redaktionell wird der Notizblog von der Abteilung Lehrentwicklung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg betreut.

 

Im Rahmen des vom BMBF im Qualitätspakt Lehre II geförderten Projekts (Laufzeit 2016-2020) konnten an der Universität Freiburg in den Jahren 2017, 2018 und 2019 Befragungen der Exmatrikulierten durchgeführt werden, um mögliche Gründe für Studienabbrüche oder Studiengangs-/Hochschulwechsel näher definieren zu können. Als Exmatrikulierte gelten Studierende, die ihr Studium entweder abgebrochen, einen Hochschulwechsel durchgeführt oder einen Studiengang gewechselt haben. Die Befragungsergebnisse ermöglichen einen umfassenden Gesamteindruck von Erfahrungen, Herausforderungen und Verbesserungsvorschlägen zu bekommen, welcher seitens der Universität als wichtige Grundlage für Veränderungen im Bereich Studium und Lehre genutzt werden kann.
Befragung der Exmatrikulierten: Abschluss des „EXMA-Projekts“ nach 3 Jahren

Foto: Sebastian Bender

 

Warum ist die Befragung der Exmatrikulierten so wichtig?

Die Befragung Exmatrikulierter stellt für Universitäten einen wichtigen Baustein in den Qualitätsmanagementprozessen im Bereich Studium & Lehre dar. Indem (ehemalige) Studierende unserer Universität zu ihrem Alltag, ihren Wünschen und Erwartungen im Kontext ihres Studiums sowie zu den Gründen für einen Fach-, Orts- oder Studienwechsel bzw. Abbruch ihres Studiums befragt werden, können Schwierigkeiten frühzeitig erkannt und seitens der Universität entsprechend reagiert werden. So sollen mögliche Studienabbrüche-/Wechsel in Zukunft vermieden bzw. der Entscheidungsprozess besser begleitet werden können.

Ergebnisse der jüngsten Befragung 2019

Bei der Befragung 2019 wurde deutlich, dass ein Großteil der Abbrüche oder Wechsel der Befragten (47%) in den ersten Fachsemestern und somit im Rahmen der Studieneingangsphase erfolgte. Als Gründe wurden nicht erfüllte Erwartungen an die Inhalte des Studiums (48%), fehlender Berufs- und Praxisbezug (45%) sowie der Wunsch nach einer praktischen Tätigkeit (45%) genannt.[1] Insgesamt wurde der Prozess, eine Entscheidung über einen möglichen Abbruch oder Wechsel zu fällen, in sehr hohem (30%) oder hohem (25%) Maße als belastend empfunden.

Während die Mehrheit der Hochschulwechsler*innen (61%) an eine andere Universität wechselte, gingen nur 8% an eine duale Hochschule und 21% an eine Fachhochschule. Unter den Abbrecher*innen hingegen zeichnete sich ab, dass ein Großteil der Befragten (48%) eine Berufsausbildung geplant hat. Ergänzend dazu gaben außerdem 60% der Abbrecher*innen an, der Wunsch nach einer praktischen Tätigkeit habe eine (sehr) große Rolle bei der Entscheidung gespielt, das Studium zu beenden und 56% nannten den fehlenden Berufs- und Praxisbezug des Studiums als wichtigen Faktor.

Die Erhebungen im Vergleich

Während die Erhebungen 2017 und 2018 Fallzahlen von n=715 bzw. n=759 zu verzeichnen hatten, lag die im letzten Jahr nur noch bei n=419. Dies liegt u.a. auch daran, dass hier die Masterstudierenden nicht befragt wurden.

Im Vergleich zu den Erhebungen im Vorjahr nahm die Anzahl der internen Wechsel 2019 deutlich ab, die Motive zum vorzeitigen Beenden des Studiums hingegen nahmen besonders in den Themenfeldern „Zu viel Studien- und Prüfungsstoff“, „Selbständigkeit im Studium“ und „Leistungsdruck“ deutlich zu: so gaben z.B. Befragte zum Item „Zu viel Studien-und Prüfungsstoff“ an, dass dieser Punkt eine große Rolle spielt:

2017: 28 %
2018: 32 %
2019: 38 %

In allen Befragungen wird deutlich, dass die Punkte „Falsche Erwartungen an das Studium“, „Fehlender Praxis-und Berufsbezug“, aber auch eine „Berufliche Neuorientierung“ der Befragten die größte Rolle spielen.

Wo finde ich die Ergebnisse?

Die Befragungsdaten werden in Ergebnisberichten und zusätzlichen Fachberichten dargestellt, die auf der Homepage einsehbar sind. Auch das Rektorat, die Zentrale Studienberatung (SCS) und die jeweiligen Fachbereiche erhalten die entsprechenden Berichte.

Wie geht es weiter?

Mit dem Ende des Qualitätspakt Lehre (QPL2) werden die Befragungen der Exmatrikulierten vorerst eingestellt und nicht mehr jährlich durchgeführt. Die nächste universitätsweite Befragung wird 2021 die Befragung der Absolvent*innen (ABS) sein.

Weitere Informationen zum Thema Zentrale Befragungen sowie den ausführlichen Ergebnisbericht der Befragung der Exmatrikulierten finden Sie auf der Homepage unter: http://www.uni-freiburg.de/go/befragungen. Bei Fragen können Sie sich gerne an das Team der Zentralen Befragungen wenden (mailto:befragung@uni-freiburg.de).

 

Katharina Kiefel, M.A.

Zentrale Befragungen

QM Studium und Lehre

 

Dipl.-Psych. Natalie Boros

Zentrale Befragungen

M Studium und Lehre

Tel.: 0049 761 203 67385

 



[1] Hier waren Mehrfachnennungen möglich.